Wie Sie als Betroffener in Ihrer Partnerschaft reagieren könnten:

Mit vielen wechselnden Gefühls- und Reaktionsmustern können Sie auf Ihre Angsterkrankung reagieren, welche sich dann wiederum auf Ihren Partner auswirken können:

  • Sie lassen sich ganz in die Rolle des Hilfesuchenden fallen, bemitleiden sich und geben sich auf. Ihr Partner fühlt sich vielleicht überfordert, Sie immer wieder aus dem Loch zu befreien.
  • Sie verurteilen sich für Ihre Angst und dies äußert sich auch darin, dass Sie phasenweise die Hilfe Ihres Partners ablehnen. Er kann nicht einschätzen, wann Sie seine Hilfe benötigen und wann er sich lieber zurücknehmen soll.
  • Sie schämen sich für Ihre Angst und Ihre momentane Unfähigkeit, mit dem Leben klar zu kommen. Deshalb ziehen Sie sich vom Partner zurück und dieser fühlt sich dadurch abgelehnt.
  • Sie hassen sich für Ihre Abhängigkeit vom Partner und sind sehr gereizt Ihrem Partner gegenüber. Er leidet unter Ihren Stimmungsschwankungen.
  • Sie sind enttäuscht von sich und verbittert. Ihr Partner kann Ihnen nichts mehr Recht machen.
  • Sie fühlen sich unverstanden, wollen aber, dass Ihr Partner endlich versteht, was mit Ihnen ist.
  • Ihre Gedanken kreisen nur noch um Ihre Angst. Es gibt keinen Platz mehr für die Bedürfnisse Ihres Partners. Ihr Partner fühlt sich vernachlässigt.
  • Sie können den Beruhigungen Ihres Partners nicht vertrauen. Ihr Partner fühlt sich in Frage gestellt und hilflos.
  • Sie greifen zu Beruhigungsmitteln oder Alkohol, um wieder „normal“ zu funktionieren. Unter den Auswirkungen hat Ihr Partner zu leiden.


Haben Sie sich in einigen der Gefühls- und Reaktionsmuster wiedererkannt?

Dann ist es wichtig, dass Sie sich zunächst einmal mit diesen Gefühls- und Reaktionsmustern annehmen. Wer angstkrank ist, mit sich und seinem Leben unzufrieden und verzweifelt ist, der hat kaum Kraft, sich um die Bedürfnisse seiner Umwelt, insbesondere die des Partners zu kümmern. Er kämpft um sein Überleben.

Sie sollten Hilfe in Anspruch nehmen und eine alternative Heilmethode/Therapie/Selbsthilfe ausprobieren!

Wie entsteht Angst in unserem Körper:

Zunächst einmal nehmen unsere Sinnesorgane etwas wahr. Wir hören, sehen, spüren, riechen oder schmecken etwas.

 

Diese Wahrnehmung wird an das Gehirn weitergeleitet. Die Großhirnrinde interpretiert die Reize aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit.

 

Im Falle der Angst interpretiert es die Wahrnehmung als gefährlich.

 

Von dort gelangt die Meldung dann an das lymbische System, das für unsere Gefühle zuständig ist.

 

Spezielle Bereiche des lymbischen Systems, der Hippocampus und die Amygdala, auch als Mandelkern bezeichnet, veranlassen dann den Hypothalamus, die entsprechenden körperlichen Reaktionen zu initiieren.

 

Der Hypothalamus bewirkt über Nervenbahnen in Nebennierenmark die Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol und Kortison.

 

Das sympathische und parasympathische Nervensystem werden aktiviert.

 

Sind blitzschnelle Reaktionen für unser Überleben erforderlich, reagiert der Mandelkern auch ohne vorherige Verarbeitung und Bewertung der Großhirnrinde. 

Wir kennen das z.B. wenn, wir durch ein plötzlich auftretendes Geräusch aufschrecken. Dann wird unser Körper auf Kampf, Flucht  oder Verharren vorbereitet.

Schon seit Urzeiten gibt es diese automatische Reaktion. Nur so konnten unsere Vorfahren überleben. 

Manchmal werden wir durch diese schnelle unbewusste Verarbeitung ohne tatsächliche Gefährdung in Angst versetzt.

Dann können wir durch eine bewusste Einschätzung der Situation und eine weniger ängstigende Sichtweise das Alarmprogramm jedoch auch wieder stoppen.

 

Bei Beziehungs- und Bindungsangst ist diese Einschätzung nicht möglich, da die Gehirnverbindungen durch Traumatisierung unterbrochen sind. Die Alarmreaktion der Amygdala hält daher weiter an.

Sie haben es sicher auch schon beobachtet, dass es manchen Menschen in belastenden Situationen die Sprache verschlägt und sie wie erstarrt sind. Andere wiederum werden gereizt, aggressiv und sind sehr unruhig.

Dies hängt davon ab, ob wir zum Kampf- und Fluchttyp oder zum Schrecktyp gehören. Wir unterscheiden uns nämlich darin, wie wir bei Angst und Stress reagieren.

Wenn Sie zu den Schrecktypen gehören, dann übernimmt in Stresssituationen und bei Angst das parasympathische Nervensystem die Regie und ist überaktiviert.

Sie verharren wie im Schock: Ihr Blutdruck verlangsamt sich. Ihnen wird kalt oder Sie schwitzen, Sie  bekommen weiche Knie, Ihnen wird übel, Sie fühlen sich schwach, Sie haben Harn- oder Stuhldrang, erröten, Ihr Herzschlag verlangsamt sich, sie atmen langsamer, Ihnen ist schwindelig, Sie sind benommen.

Sie fühlen sich hilflos der Situation ausgeliefert. Sie haben Angst, ohnmächtig zu werden.

Gehören Sie zu den Kampf- und Fluchttypen, dann kommt es bei Ihnen bei Angst und Stress zu einer Überaktivierung des sympathischen Nervensystems: Ihr Blutdruck steigt an, Ihnen wird heiß.

Die Muskeln spannen sich an, Ihre Herz- und Atemtätigkeit beschleunigen sich, Sie sind gespannt wie ein Flitzebogen und nervös.

Man geht davon aus, dass wir mit der Veranlagung zum Schreck oder Kampf/Fluchttyp geboren werden. Jedoch können wir diese Veranlagung auch durch Erfahrung und Lernen beeinflussen.

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